Die Chronik - unser größter Schatz!

Die Chronik ist ein „Zeitbuch“. Eine geschichtliche Darstellung in zeitlicher Aufeinanderfolge. So heißt es im „Herder“. Eine Aufzeichnung geschichtlicher Ereignisse und ihrer Zeitfolge, so der Duden.

Wenn heute ein Verein gegründet wird, so können die Vereinsgründer doch kaum erahnen, dass dieser Interessenverein einmal geschichtsträchtig wird, d.h. im Sinne von Herder und Duden eine eigene auch für die Nachwelt erhaltenswerte Geschichte haben wird. Bei den meisten Vereinsgründungen kann man das getrost verneinen. Bestenfalls gibt es nüchterne Zahlen wie z.B. der Gründungstag oder der Eintrag in das Vereinsregister beim Amtsgericht. Und das war`s dann auch schon.

Von welchen historischen Vorahnungen müssen dagegen die Gründer unserer KG Die-La-Hei beseelt gewesen sein. Denn von den Gründerjahren an wurde akribisch genau festgehalten, was für spätere Generationen eben Geschichte geworden ist. Ein wahrer Glücksfall für die heutige und zukünftige Vereinsführung.
Der erste Band unserer Chronik beginnt mit einer am 25.März 1938 handschriftlich verfassten Präambel, die von dem ersten Chronisten Heinrich Fritzen und weiteren Gründungsmitgliedern unterzeichnet wurde. Bis zum Jahre 1953 wurden in diesem Band alle für den Verein bedeutenden Ereignisse festgehalten. Die Geburtsstunde der Die-La-Hei war im Jahre 1934. Auf dieses Gründungsjahr hat sich die Gesellschaft auch bei späteren Jubiläumsfeierlichkeiten berufen. Auf mehreren Seiten wird in der Chronik von dem legendären Umzug durch unsere Heimatstadt Coesfeld berichtet. Das Originalfoto mit den Aktiven und unserem Heimatdichter Natz Thier auf einem Bierkarren zeugt in der Chronik von der Geburtsstunde der Die-La-Hei. Die Eintragung in das Vereinsregister im März 1936 mit über 120 Mitgliedern. So war nun aus der Die-LaH-ei Bewegung ein e.V. geworden. Bilder gab es in der Chronik noch sehr wenig. Dafür viel von Hand gefertigte Texte und zu unserem Leidwesen Alles in Sütterlin-Schrift. In den Dreißiger Jahren konnte das natürlich jeder lesen, aber heute haben wir so unsere Probleme damit. Wir werden in den nächsten Monaten versuchen, die wichtigsten Seiten in unsere heutige Schrift zu übersetzen. Unser Ehrenpräsident Josef Ostermann wird dabei sicher eine große Hilfe sein.

Durch die Kriegswirren ruhten jegliche Aktivitäten in der KG von 1939 an.
In den Jahren 1949/50 taucht erst wieder eine --- Sütterlinschrift in der Chronik auf.

Gerd Aue, von Beruf Pädagoge und Journalist, war ein Glücksfall für die DielaHei. Als Chronist hatte er gekonnt in Schrift und bunten Zeichnungen die Kriegs- und Nachkriegsjahre aufgearbeitet. Das erste Fest nach der Zwangspause fand 1949 statt unter dem Motto „Et geiht wier los“.
Zu dieser Zeit tauchten auch die ersten Blitzlicht-Aufnahmen von Foto -Walterbusch in der Chronik auf. Natürlich alles in schwarz/weiß. Überhaupt lässt sich die Entwicklung der Fototechnik über Jahrzehnte in der Chronik belegen. Das erste Farbfoto entdecken wir im Jahre 1970 und zeigt Prinz Mocky Jöster mit der Blauen Garde. Die Qualität der Fotos verbesserte sich fortan ständig. Waren bis in den 50er und 60er Jahren Fotos noch etwas ganz Besonderes und wurden den ausgiebigen Texten als Beleg beigefügt, so konnte man später ab den 70er Jahren durch die neue Quantität der Bilder umgekehrt verfahren. Nach dem Motto „Ein Bild ersetzt mehr als tausend Worte“ wurden seither alle Aktivitäten einer Session (und die wurden ständig mehr) in der Chronik „bildhaft“ festgehalten und die Fotos durch Texte und Anmerkungen kommentiert.

Eine besonders glückliche Hand hatte der seit 1972 für unsere Chronik verantwortliche Paul-Nikolaus Mayer (P.N.). Er verstand es meisterhaft, die immer zahlreicher zur Verfügung stehenden Fotos durch witzige Kommentare zu beleben und auf ganz neue Weise das närrische Zeitgeschehen zu dokumentieren. Immer darauf bedacht, die Chronik nicht zu einem Fotoalbum verkommen zu lassen, gelang P.N. auch unter Hinzufügung von Presseartikel über Jahre eine lebendige Dokumentation. Als er im Jahre 2001 krankheitsbedingt die Chronik nicht mehr bearbeiten konnte, hatte er der Die-La-Hei bis dahin einen wahren Schatz hinterlassen. Die Fortsetzung dieser Arbeit im Sinne der Herren Gerd Aue und P.N. Mayer kann ich nur als ehrenvolle Verpflichtung erkennen.

Chronist
Hans Strohband

P.S. Unsere Chronik besteht inzwischen aus 19 Bänden und benötigt in einem Bücherregal den Platz von mehr als 1,8o Metern!
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